Bernd Müller
Pressetext

Bernd Müller

Bernd Müller, geboren 1944, ist seit 1973 gestalterisch tätig. Wie viele seiner Künstlerkollegen begann er sein künstlerisches Wirken als Autodidakt, um dann nach vielen privaten Lehrstunden und individuellen Fördergesprächen mit anerkannten Künstlern seine künstlerische Ausbildung durch ein abgeschlossenes Studium der Malerei an der Freien Kunstschule in Köln fortzusetzen. Da sich sein künstlerisches Interesse immer mehr zur Bildhauerei hin verlagerte besuchte er regelmäßig Semesterkurse an der Bild- hauerakademie Geisler-Moroder in Österreich sowie der Bildhauerhalle Bonn.

„Bernd Müller griff im Sinne einer Reflexion der bildnerischen Mittel die Tradition von Ernst Barlach, Käthe Kollwitz und Oskar Schlemmer auf. Seit 1973 schuf er beeindruckende Werke, die im Vollzug des weiteren künstlerischen Gestaltens eine allmähliche Distanzierung von den Vorbildern vornahmen. Die Anfänge seiner bildhauerischen Gestaltung sind im Expressionismus zu finden, dem eine kontinuierliche Entwicklung hin zum Realismus folgte. Daraus entwickelte er seine eigene Formensprache, den „Realistischen Ex- pressionismus“.

PDF-Download

Das Grundvokabular seiner Werke besteht aus der Trias: Mensch, menschliche Beziehungen, Familie. Es sind die Chiffren zwischenmenschlicher Beziehungen und ihre Verhaltensweisen, Menschen aus dem Volk: ihr Alltag wird fabuliert, indem Müller uns einen Spiegel vorhält. Der Künstler verarbeitet mit bildhauerischer Methode Sozialkritisches und Themen aus dem aktuellen Tagesgeschehen. Es ist eine Metamorphose, oftmals eingebettet in eine satirisch vereinfachte Bildsprache, die er benutzt, um auf Missstände, Missverhalten hinzuweisen. Müller reduziert diese Aussagen gleichzeitig zu spielerisch wirkenden Kürzeln, verbirgt dahinter die Nahtstelle des Realen, indem er sie in eine skulpturale Form kleidet. Die Formgebung orientiert sich an der Aussage.

Diese immer wieder neu zu formulieren, ist sein stetiges Bemühen.
Die meist kleinformatigen Plastiken besitzen ausdrucks- starke Verinnerlichung, die eine große Assoziationsbreite zulassen. So sind Harmonie und kritische Aussagen für den Künstler ein Paar, das nicht unbedingt im Widerspruch zueinander steht: sie bestehen in seinem Schaffen nebeneinander, sind werkimmanent.“


Helga Isabella Lorentz, Kunsthistorikerin
November 2011

© 2009 BERND MÜLLER – IMPRESSUM